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Nullnummer
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Korruption, Intrigen, Verschwörungstheorien: Umberto Eco porträtiert die ´´gute Gesellschaft´´ von heute in einem rasanten Kriminalroman - einfach brillant! Gefährliche Nullnummer Umberto Eco, Philosoph, Semiotikprofessor und renommierter Schriftsteller, legt mit 83 Jahren einen neuen Roman vor: ´´Nullnummer´´. Nach dem Welterfolg ´´Der Name der Rose´´, Romanen wie ´´Das Foucaultsche Pendel´´ oder ´´Der Friedhof von Prag´´ sowie zahlreichen Essays und philosophischen Exkursen katapultiert uns Eco mit ´´Nullnummer´´ ins Italien des Jahres 1992 zurück. Und hinein in eine ziemlich seltsame Zeitungsredaktion in Mailand. Chefredakteur Simei und die Hauptfigur des Buches, der nicht gerade erfolgsverwöhnte Übersetzer und ´´Schreiberling´´ Colonna, wissen als Einzige, dass die Zeitung immer nur Nullnummern produzieren und nie wirklich erscheinen soll. Eine Zeitung, die immer nur Nullnummern produziert. Warum? Warum? Nun, Geldgeber Commendatore Vimercate, ein Unternehmer, der diverse Hotels und Altersheime an der Adriaküste kontrolliert und über einige Promiblättchen und lokale TV-Sender verfügt, in denen entweder Verkaufsshows laufen oder ´´Nuditäten´´, verfolgt mit dieser Zeitung, ´´Domani´´ nennt sie sich, ganz schnöde Ziele, wie Simei unverblümt gegenüber Colonna erläutert: ´´Der Commendatore will in den feinen Salon der Finanzwelt, der Banken und vielleicht auch der großen Zeitungen. Die Eintrittskarte ist das Versprechen einer neuen Zeitung, die keine Scheu hat, die ganze Wahrheit zu sagen. Zwölf Nullnummern, jeden Monat eine [...] Wenn er einmal bewiesen hat, dass er den sogenannten feinen Salon in Schwierigkeiten zu bringen vermag, ist anzunehmen, dass dieser feine Salon ihn bittet, die Idee mit dieser Zeitung aufzugeben [...]´´ Süß verpackte Drohungen und Andeutungen über mögliche Enthüllungen sollen also diese sechs Redakteure produzieren. Manchmal auch weniger süß verpackt ... Mit im Team neben Colonna und Chefredakteur Simei sind Maia Fresia, Klatschreporterin mit ehrenwerten Zielen, Lucidi, von dem es heißt, er habe Kontakte zum Geheimdienst, Braggadocio, ein selbsternannter Enthüllungsjournalist, der sich am allerliebsten in Verschwörungstheorien stürzt, Cambria, der bisher seine Nächte als Polizeireporter in Notaufnahmen oder Kommissariaten verbracht hat, und Palatino, der bisher für Rätselmagazine gearbeitet hat. Fiktive Todesanzeigen, erfundene Horoskope und fingierte ´´Nachrichten´´ Einzig Simei und Colonna wissen, dass dies hier kein Training ist für ein irgendwann geplantes echtes Erscheinen von ´´Domani´´. Und Colonna hat auch noch eine andere Aufgabe: Er soll für Chefredakteur Simei ein Buch schreiben, ein Buch, welches das Gegenteil dessen besagt, was geschehen ist. In der Zeitung also die Erpressungen - Simei sagt dazu ´´Nachrichten´´ -, im Buch das Hohelied des unbestechlichen Chefredakteurs. Wie es dann weitergeht, liest sich streckenweise komisch und natürlich sehr unterhaltsam. Da werden Texte fiktiver Todesanzeigen hingebungsvoll in Szene gesetzt, Horoskope erfunden - die Leser sind ja schließlich dumm und suchen so etwas als Erstes - und Colonna unterrichtet die illustre Truppe im Einmaleins der Insinuation. ´´Eine Insinuation ist wirksam, wenn sie mit Fakten operiert, die an sich keinen Wert haben, aber unbestreitbar wahr sind.´´ Die ´´Kunst´´ der Insinuation: Etwas verdächtig darstellen, das nicht verdächtig ist Konkret sieht das z. B. so aus: Simei will, dass aus einer alten Meldung vom Februar - mittlerweile ist Mai - ein dort erwähnter Untersuchungsrichter insinuiert wird. Der Richter ermittelt wegen der Führung einiger Altersheime. Da auch der ´´Domani´´-Geldgeber Altersheime besitzt, kann es nicht schaden, Material über den Untersuchungsrichter zu sammeln. Palatino wird mit diesen Worten losgeschickt: ´´Verfolgen Sie diesen ach so integren Staatsdiener, niemand ist jemals hundertprozentig integer, womöglich ist er ein Päderast oder hat seine Großmutter umgebracht oder Bestechungsgeld angenommen, irgendwas wird sich schon finden. Oder, wenn gar nichts zu machen ist, stellen Sie seine tägliche Arbeit so dar, dass sie irgendwie seltsam erscheint, also verdächtig.´´ Drei Tage später kommt Palatino mit hervorragendem Material zurück. Erstens hat er den Richter rauchend auf einer Parkbank gefilmt. Und er rauchte viele Zigaretten. Für Simei ganz klar ein Fall von Müßiggang und ein Hinweis auf Neurosen - das Gegenteil also, was man von einem besonnenen und objektiven Staatsbeamten erwarten könne.

Anbieter: buecher.de
Stand: 05.08.2019
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